Bologna – Verständigung und Verbundenheit

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12. August 2026
Anleitung zur Nutzung der TAG-Schließfächer im 9. und 10. Jahrgang
2. September 2026

(Fotos: Dr. Z. Sulikan-Löffers/IGS Fürstenau)

Dr. Zhanar Sulikan-Löffers

von Dr. Zhanar Sulikan-Löffers

Bologna, eine Stadt mit einer der ältesten Universitäten der Welt, ist seit Jahrhunderten das Zentrum von Bildung, Kultur und Begegnung. Für mich wurde sie vom 30.05. bis zum 06.06.2026 zu einem Ort besonderer Begegnung, vor allem mit den Teilnehmer:innen unseres Englischkurses aus verschiedenen Ländern Europas.

Bereits bei unserer Ankunft empfing uns Bologna mit hellem Sonnenschein und einer spürbaren Herzlichkeit. Wir fühlten uns hier sofort willkommen. Diese offene und warme Atmosphäre prägte unseren Englischkurs von Anfang an und begleitete uns eine Woche lang beim gemeinsamen Lernen. Wir, Kursteilnehmer:innen aus Belgien, Finnland, Frankreich und Deutschland, lernten Englisch miteinander
und voneinander. Wir übten neue Redewendungen, arbeiteten an unserer Aussprache und überwanden gemeinsam sprachliche Hürden. Spannend war zu beobachten, wie wir nach und nach das Vertraute unserer Muttersprachen verließen.

Vorsichtig öffneten wir die Tür zu einer anderen Welt. Aus einzelnen Wörtern bauten wir erste Sätze, aus Sätzen entwickelten sich erste Dialoge. So entstanden kleine Brücken zwischen uns, über die wir
einander näherkamen. Besonders bereichernd waren die Gespräche bei Gruppenarbeiten im Unterricht und bei Aktivitäten außerhalb des Unterrichts. Dabei erhielten wir Einblicke in den Arbeitsalltag unserer Kolleg:innen und sprachen auch über unsere Sorgen und Hoffnungen. Auch beim gemeinsamen Erkunden Bolognas übten wir weiterhin fleißig Englisch. In den historischen Gassen, unter den berühmten Arkaden und auf den lebendigen Plätzen der Stadt tauschten wir uns über unsere Eindrücke aus. Wir haben viel gemeinsam gelacht und viele schöne Momente geteilt.

Hinter der Sprache entdeckten wir dabei viel mehr als grammatische Strukturen und einzelne Vokabeln. Wir lernten vor allem Menschen mit ihren interessanten Geschichten und persönlichen Erfahrungen kennen und all das auf Englisch, unserer Kurssprache, die uns verband und in der wir uns von Tag zu Tag sicherer fühlten.

Doch allein Englisch hätte nicht gereicht. Was unseren lebendigen Austausch besonders machte, waren Offenheit, Vertrauen und echtes Interesse am anderen. So entstand allmählich ein gegenseitiges
Verständnis, das weit über Worte, Sätze und Texte hinausging. Je besser wir uns kennenlernten, desto mehr Gemeinsamkeiten entdeckten wir trotz der sprachlichen und kulturellen Unterschiede. Es war für mich eine schöne Erfahrung, diese Vielfalt Europas in unserem Englischkurs unmittelbar zu erleben und zu sehen, wie daraus eine tolle Gemeinschaft entstehen kann.

Wenn ich heute an unseren Kurs denke, höre ich Englisch mit französischem, finnischem und kasachisch-deutschem Klang – unterschiedliche Stimmen, unterschiedliche Geschichten und doch ein
gemeinsamer, gelungener Dialog. Was wir erlebt haben, ist für mich ein schönes Beispiel dafür, wie das Miteinander in unseren Ländern, auf unserem Kontinent und auf der ganzen Welt gelingen kann. Ich wünsche mir eine Gemeinschaft, in der Menschen einander offen und mit Respekt begegnen und bereit sind, sich auszutauschen und mit- und voneinander zu lernen; eine Gemeinschaft, in der Unterschiede nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung verstanden werden und in der Menschen Brücken bauen, statt Grenzen zu ziehen.

Aus Bologna bin ich beseelt und bereichert und mit einer wichtigen Erkenntnis zurückgekommen: Was uns als Menschen verbindet, ist viel stärker und vielfältiger als das, was uns voneinander unterscheidet. Sprache kann dabei der Anfang für gegenseitige Verständigung und Verbundenheit sein.